Glaubenssätze erkennen und verändern 

 Oktober 8, 2021

By  Susanne Burzel

Von Waldspaziergängen und Unternehmer-Mindset


Heute war ich mal wieder im Wald spazieren. Für mich ziemlich überraschend zieht es mich dieses Jahr in der Frühherbstzeit öfter raus. Denn eigentlich bin ich ein Frühlingsmensch. Doch ich glaube, der Ruf des Waldes hängt weniger mit der Jahreszeit zusammen, als mit einen Prozess, den ich gerade durchmachen darf. Denn es geht darum, tief sitzende Glaubenssätze zu erkennen und zu verändern.

Sicher fragst Du Dich an dieser Stelle, ob Du nun im falschen Blog gelandet bist, da es hier ja um Marketing geht und weniger ums Wandern. Ich gebe Dir Recht – aber es geht bei meiner Geschichte um das Mindset – also die Art zu denken.

Denn Dein Mindset – und wir sprechen auch oft vom Unternehmer-Mindset – ist eine der wichtigsten Grundlagen für Deinen unternehmerischen Erfolg.

Negative Glaubenssätze dank negativer Gefühle aufspüren

Aber nun von vorne. Immer wenn mein Mann zu mir sagt: „Wollen wir mal rausgehen?“, dann fühle ich meist erst einmal Leere in mir und überlege dann, wie ich mich motivieren kann – oder aus der Nummer wieder rauskomme.

Denn ich verbinde mit den Wochenend-Spaziergängen wenig Gutes. Das ist jedoch keinesfalls bei meinem Mann begründet, er trägt auch keine Schuld, sondern ich trage diese kleine Aversion gegen sonntägliche Wanderungen seit meiner Kindheit mit mir herum.

Früher musste ich mit meinen Eltern auch immer spazieren gehen. Und mein Vater erklärte mir Flora und Fauna ausgiebig. Und verstehe mich jetzt hier auch bitte richtig: Ich hatte eine glückliche Kindheit und bin behütet aufgewachsen.

Ich mache meinen Eltern keinen Vorwurf, denn es ist ja gesund, an die frische Luft zu gehen und sich zu bewegen. Das macht man halt so und mir hat es garantiert auch gut getan. Obwohl ich mich heute leider wenig an die Pflanzennamen erinnern kann.

Ein Blick in die Kindheit deckt Glaubenssätze auf

Gemerkt? „Das macht man halt so“. Ein Zaubersatz, den Du bestimmt auch öfter gehört hast. Doch die Frage ist, ob es für Dich richtig ist oder für andere? Aber lassen wir diesen Exkurs an dieser Stelle und gehen zurück zu meinen Eltern. Ich „musste“ also immer mit spazieren gehen und ich habe es gehasst.

Diese Aversion steht mir heute immer im Weg, wenn mein Mann fragt: „Wollen wir mal rausgehen?“ Die Emotionen, die ich aus meiner Kindheit damit verbinde sind sofort wieder spürbar.

Und noch mehr, denn leider hat mein Mann die Angewohnheit, aus dem Spazierengehen einen regelrechten Sport zu machen. Große Schritte, schneller Gang, Meter machen… Sein in meine Richtung formulierter Wunsch lautet jedes Mal: „Wir müssen das öfter machen, auch abends unter der Woche. Das tut uns beiden gut“. „Muss“ ich das wirklich? Oder muss er das für sich? Also gut.

Nach der Wanderung bin ich oft zu nichts mehr zu gebrauchen, weil ich körperlich einfach total fertig bin. Ja, ich bin ein wenig unsportlich, gehe aber dennoch regelmäßig auf den Crosstrainer oder lasse mich gerne zu einer Partie Badminton überreden. Das zu meiner Verteidigung…

Was sind eigentlich Glaubenssätze?

Glaubenssätze äußern sich oft in Sprichworten, wie eben erwähnt. Diese sind dann eher gesellschaftlicher Art und es ist immer Deine Entscheidung, ob Du weiter an sie glauben möchtest.

Doch jeder von uns trägt unbewusste Glaubenssätze mit sich herum. Wir haben sie anerzogen bekommen, immer wieder gehört, wir haben unsere Erfahrungen damit gemacht und sind letztendlich durch sie geprägt.

Wenn Du nun also Deine Glaubenssätze erkennen und verändern möchtest, bedarf dies Wachsamkeit und Selbstbeobachtung. Meist kündigen sie sich durch ein komisches Gefühl an, was Du auf einmal hast, oder aber dass Du getriggert wirst von Äußerungen oder Handlungen anderer. Dann ist es Zeit, hinzuschauen.

Meine Glaubenssätze zum Thema Wald

Also habe ich im Laufe der Jahre meine Glaubenssätze aufgebaut: Wald = anstrengend, schweißtreibend, hektisch, kräftezehrend. Und jedes Mal, wenn ich die Bitte meines Mannes höre, kommt das alles in mir hoch und ich fühle mich bedrängt. Das ist der typische Trigger, den ich spüre.

Und dann hatte ich ein Gespräch mit Andreas, meinem Fotografen im Rahmen eines Social Media Fotoshootings. Er zeigte mir Bilder von Waldspaziergängen, von spirituellen Begegnungen, von schönen Momenten, Ruhe, Gelassenheit und Kraft.

Und das war tatsächlich ein kleiner Gamechanger-Moment für mich. Denn ich war jetzt motiviert, dem Wald eine Chance zu geben. Was ich in Wirklichkeit damit erreichte und ich damit lernen durfte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen.

Das Unternehmer-Mindset in Ruhe schärfen

Zufällig fuhr mein Mann zwei Wochen in Angelurlaub und ich fühlte mich frei. Ich wusste, ich würde diese Zeit nutzen, um an mir zu arbeiten. Dass es um das Thema Wald gehen sollte, kristallisierte sich erst später heraus. In den ersten fünf Tagen war ich nun bereits an vier Tagen spazieren. Ganz alleine mit mir.

Ich ging los und schwor mir eins: Ich lasse das ganz langsam angehen. Bergauf in meinem Tempo, ohne groß ins Schwitzen zu kommen. Denn ich spürte natürlich schon, dass die Natur mir an sich sehr gut tun würde. Und immer wieder zog es mich auch in den Wald.

Da stand ich eines Tages wieder, nahm ganz bewusst jeden Schritt in den Wald hinein wahr. Ich spürte, wie sich die Stimmung, die Temperatur, die Geräusche, das Licht veränderte. Und dann blieb ich stehen.

Ich lauschte, die Autobahn war leise aus der Ferne zu hören, die Vögel zwitscherten oben in den Zweigen und flatterten umher, die herbstlichen Blätter raschelten mal mehr mal weniger, das Sonnenlicht bahnte sich zwischen den Wolken und den Ästen seinen Weg zum Waldboden, hinter mir hörte ich das leise Plätschern des kleinen Baches, ich sah die mit Moos bewachsenen Felsen, schaute den Blättern zu, wie sie tanzend vom Baum geweht wurden.

Wahrnehmung und Selbstbeobachtung als Schlüssel zum Mindset

Ich stand einfach da und nahm wahr. Natur, Vielfalt, Geheimnisse, Frische – mit allen Sinnen sog ich das auf. Und so versöhnte ich mich in diesem Moment mit dem Wald. Ich programmierte meine Einstellung in diesem Moment um. Aus Wald = anstrengend, schweißtreibend, hektisch, kräftezehrend wurde nun Wald = geheimnisvoll, innige Ruhe, kraftvoll, spüren mit allen Sinnen.

Und mir wurde eins wieder sehr deutlich: Jeder von uns trägt Programmierungen mit sich herum, aus seiner Erziehung, aus Erlebnissen, aus Erfahrungen. Und diese nehmen wir oft einfach hin und reagieren unbewusst emotional auf Ereignisse und Situationen.

Glaubenssätze verändern durch aktive Handlungen


Durch meine Wachsamkeit und meine Selbstbeobachtung kam ich meiner Programmierung auf die Spur und entschied etwas Wichtiges: zu handeln. Ich war fest entschlossen, meine Gewohnheit zu ändern.

Ich spazierte langsam in meinem Tempo, nahm mir Zeit, suchte einen kurzen Weg aus, war nur eine statt drei Stunden unterwegs, blieb immer wieder stehen und spürte, hörte, sah. Es war einfach wunderbar, wie sich der Wald mir offenbarte und ich mich dort mehr und mehr wohl fühlte.

Machst Du schon Unternehmer-Mindset-Arbeit?


Tatsächlich lässt sich dies auf ganz viele Lebensbereiche übertragen. Denn das ist Mindset-Arbeit: Beobachten, reflektieren, wahrnehmen, bewusst werden, aktiv werden, handeln, umsetzen.

Nur so gelingt es Dir, alte Glaubenssätze und Prägungen zu verändern, herauszufinden, was Dir wirklich wichtig ist und neue Gewohnheiten zu implementieren. Wie oben schon erwähnt, ist dies so elementar, um an Deine tiefen Überzeugungen zu gelangen, Deine Glaubenssätze zu erkennen und aufzulösen. Es ist so wichtig, um wieder ganz Du selbst zu sein, authentisch und klar.

Eine wichtige Basis für Deine Positionierung als Unternehmer.

Was meinen Mann angeht: Beim nächsten Mal werde ich ihm den Vorschlag machen, dass er alleine geht, wenn er schnell gehen möchte, oder langsam, wenn er mit mir gehen möchte. Und ich werde ihn fragen, ob wir uns gemeinsam in einem Fitness-Studio anmelden wollen. Ich denke, das klingt nach einem Plan.


Über die Autorin

Susanne Burzel

Ich bin Susanne Burzel und begleite Dich in Deine authentische Positionierung und beim Aufbau Deiner starken Marke. Ich sorge für mehr Leichtigkeit in Deinem Business. Mit SpürSinn, Herz und Humor entwickeln wir Dein Wohlfühlmarketing für mehr Erfolg mit Kunden, die Du Dir wünschst.

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